Weihnachtsmarkt – Tradition made in Germany

Weihnachtsmarkt -
Tradition made in Germany

Sie versüßen uns die Vorweihnachtszeit: Weihnachtsmärkte. Doch die Coronapandemie macht einen sorgenfreien Besuch schwierig. Den Glühwein genießen wir in diesem Jahr lieber daheim. Die Tradition der kleinen Weihnachtsdörfer gibt es bereits mehrere Jahrhunderte. Sie werden meist in historischer Kulisse, etwa in der Altstadt, an alten Kirchen, Schlössern und auf Marktplätzen aufgebaut. Kirchen erhofften sich durch diese Erlaubnis mehr Besucher für ihre Gotteshäuser, weshalb Weihnachtsmärkte traditionell oft vor großen Kirchen aufgebaut werden. Die ersten Weihnachtsmärkte der Neuzeit wurden deshalb oft zuerst in protestantisch geprägten Gebieten eröffnet, ehe die katholischen Regionen nachzogen. Die ursprüngliche Idee der Kirche ging jedoch recht schnell verloren – die Menschen kamen in erster Linie wegen des weihnachtlichen Ambientes.

Photo by Ilona Frey on Unsplash

Der erste Weihnachtsmarkt der Welt

Es war jedoch nicht die Kirche, die die Idee der Weihnachtsmärkte in die Welt brachte. Handwerker, Korbflechter, Zuckerbäcker und Spielzeugmacher – sie alle wollten ihre Produkte insbesondere in der Vorweihnachtszeit verkaufen. Im 14. Jahrhundert erwirkten diese die Erlaubnis, ihre Produkte zusätzlich in Verkaufsständen in der Stadt zu verkaufen. Der Grundstein für die heutigen Weihnachtsmärkte war gelegt.

Das leibliche Wohl der Marktbesucher stand schon immer an erster Stelle: Gebrannte Nüsse, Kastanien und Mandeln gab es bereits damals, um den kleinen Hunger während der vorweihnachtlichen Shopping-Tour zu stillen. Die Weihnachtsmärkte in München und Dresden gelten als die ersten belegten Weihnachtsmärkte. Eine Tradition, die also im 14. Jahrhundert in Deutschland ins Leben gerufen wurde.

Die beliebtesten Weihnachtsmärkte sind die Traditionellen

Klar, Adrenalin beim Karussellfahren ist cool, vorweihnachtliche Stimmung kommt dabei jedoch nicht unbedingt auf. Die traditionellen Weihnachtsmärkte sind deshalb oft viel attraktiver als die modernen. Traditionelle Handwerkskunst kommt übrigens wieder in Mode – ob Pyramiden aus dem Erzgebirge, Nussknacker aus Stuttgart oder Holzschnitzereien, leuchtende Weihnachtssterne – die Weihnachtsmärkte, auf denen es das gibt, sind die beliebtesten.

#01 Bremer Weihnachtsmarkt #02 Striezelmarkt Dresden #03 Markt an der Berliner Gedächtniskirche

Beliebteste Weihnachtsmärkte 2018

600 Jahre nach Beginn dieser Tradition in Deutschland, haben sich die Weihnachtsmärkte in der ganzen Welt verbreitet.  Die Italiener, die um 1700 die Holzkrippen nach Deutschland brachten, mit denen seit jeher die Weihnachtsmärkte dekoriert wurden, kopieren die Tradition etwa in Rom und Neapel. Auch in Bristol in Großbritannien oder in Zagreb in Kroatien gibt es Weihnachtsmärkte.

 

Quelle: https://de.statista.com/infografik/4066/weihnachtsmaerkte-in-deutschland/

Sogar über den großen Teich konnte sich die Tradition bereits verbreiten: Seit etwa 25 Jahren gibt es in San Francisco die sogenannte „Great Dickens Christmas Fair“, bei der die Gassen des Londons zur Zeit von Charles Dickens nachgebildet werden und so ein einzigartiges, weihnachtliches Flair erschaffen. Die amerikanische Stadt Columbus in Ohio ist zudem ein großer Freund der Ergebirgs-Pyramiden und des Dresdner Stollens.

Besonders sehenswert und gar nicht so weit weg: Der Weihnachtsmarkt von Straßburg. Der 1570 erstmals erwähnte Weihnachtsmarkt gilt als einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Ausland und beherbergt den größten Weihnachtsbaum Europas.
Der Weihnachtsmarkt am Wiener Schloss Schönbrunn bietet nicht nur musikalische und kulinarische Vielfalt, sondern auch eine einzigartige Krippenausstellung und einen weiteren gigantischen Weihnachtsmarkt.
Wem das ganze Treiben im Winter zu kalt ist, sollte den Weihnachtsmarkt in Zürich besuchen. Er ist der größte Indoor-Weihnachtsmarkt Europas.

Wofür geben wir auf dem Weihnachtsmarkt unser Geld aus?

Wer die vorweihnachtliche Stimmung auf Weihnachtsmärkte aufkommen lassen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Glühwein, Essen, Deko und Geschenke haben ihren Preis. Einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge, geben die Deutschen rund 2,5 Milliarden Euro auf den hiesigen Weihnachtsmärkten aus. Essen und Getränke decken dabei einen wesentlich größeren Anteil ab als Dekorationsartikel oder Weihnachtsgeschenke. Die handwerkliche Kunst, die uns einst den traditionellen Weihnachtsmarkt beschert hat, tritt also hinter das leibliche Wohl.

Besonders Glühwein, gebrannte Mandeln, Lebkuchen und Christstollen kommen bei den Gästen besonders gut an. Etwa 50 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen im Jahr. Zwei Drittel der Weihnachtsmarktbesucher geben an, dass der Glühwein bei ihrem Besuch nicht fehlen dürfe.

In Deutschland boomt das Geschäft mit dem Weihnachtsmarkt, denn weltweit erzielt kein anderes Land mit seinen Weihnachtsmärkten so viel Umsatz. Zum Vergleich: Zweitplatzierter Frankreich nimmt etwa 800 Millionen Euro auf Weihnachtsmärkten ein. Weltweit werden auf den Weihnachtsmärkten etwa 5,6 Milliarden Euro ausgegeben.

Wer nun aber denkt: „So viel Geld gebe ich doch gar nicht aus!“, dem sei durch eine einfache Rechnung versichert: Stimmt! Denn 2,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland aufgeteilt auf 270 Millionen Besucher ergibt: 9,26 Euro.

Quellen: svz.de, statista, Institut für deutsche Wirtschaft, wiwo.de, shz.de

Titelbild: Ilona Frey / unsplash.com

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