Merry Corona – Weihnachten in der Pandemie

Merry Corona - Weihnachten in der Corona-Pandemie

Noch immer hat die Corona-Pandemie uns fest im Griff und sie trifft uns deutlich härter als die erste Welle im Frühjahr. Bereits jetzt hat die zweite Welle viele Menschenleben gekostet. Das diesjährige Weihnachtsfest wird deshalb anders als bisher und auch die Silvesternacht werden wir nicht mit unseren Liebsten feiern. Wie verändert sich Weihnachten in der Pandemie?

Volodymyr Hryshchenko/unsplash.com

Warum wird Weihnachten dieses Jahr anders?

Die Corona-Pandemie trifft Deutschland hart. Obwohl sich das Land seit November im sogenannten Lockdown Light befindet, konnte das Infektionsgeschehen nicht in den Griff bekommen werden. Zwar scheint zumindest das exponentielle Wachstum durchbrochen, doch die Zahlen stagnieren auf einem beunruhigend hohen Stand.

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Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
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Todesfälle durch oder mit Corona

Coronazahlen in Deutschland am 10. Dezember 2020

Am 10. Dezember überschritt Deutschland etwa die 30.000er-Marke. Bereits am Tag zuvor waren die Neuinfektionen schlagartig um mehr als 6.000 gemeldete Fälle angestiegen. Auch die Todesfälle haben inzwischen einen neuen Höchstwert erreicht. Aus dem einen Flugzeugabsturz, den Markus Söder mit den täglichen Todeszahlen verglich, sind inzwischen zwei Flugzeugabstürze pro Tag geworden.

»Wir dürfen keine Zeit verlieren. Die Todeszahlen sind aktuell so hoch, als würde jeden Tag ein Flugzeug abstürzen.«

Markus Söder

Ministerpräsident von Bayern

Nach dem sprunghaften Anstieg der Zahlen in der vergangenen Woche ging alles ganz schnell. Während einzelne Bundesländer bereits vor der Videoschalte am Sonntag den Lockdown ankündigten, ist dieser nun auch offiziell. Am Mittwoch, den 16. Dezember 2020, wird Deutschland erneut heruntergefahren. Viele Geschäfte des Einzelhandels, Kosmetikstudios, Friseure, Kitas und Schulen werden bis voraussichtlich zum 10. Januar geschlossen. Insbesondere für das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels mag das heftige Auswirkungen haben. Doch auch im privaten Bereich gibt es strenge Regelungen für die Weihnachtstage.

Welche Regelungen gelten an der Weihnachtstagen?

Die Bundesregierung hat am Sonntag grundlegende Regelungen bekanntgegeben. Demnach dürfen sich bis zum 10. Januar maximal fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Eine Sonderregelungen gibt es jedoch für die Weihnachtstage. Konkret heißt es in den Ausarbeitungen des Bundes, dass maximal vier Personen über den eigenen Hausstand zusammen kommen können, sofern diese zum engsten Familienkreis gehören.

»Für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember gilt: Im engsten Familienkreis sind Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen erlaubt. Das gilt auch, wenn dadurch mehr als zwei Hausstände zusammenkommen oder die Gesamtzahl von fünf Personen überschritten wird. Kinder bis 14 Jahren zählen bei der Berechnung nicht mit. Maßgeblich ist die Corona-Schutz-Verordnungen des einzelnen Bundeslandes. Die Bürgerinnen und Bürger werden eindringlich gebeten, Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und somit eine "Schutzwoche" einzuhalten.«

Bundesregierung

Sonderregelungen an Weihnachten

Doch wie bereits aus dem Zitat hervorgeht, handhaben die Bundesländer dies durchaus unterschiedlich. In Baden-Württemberg dürfen sich (Stand 13. Dezember 2020) fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Hinzu dürfen vier Personen aus dem engsten Familienkreis kommen. „Dadurch wollen wir sicherstellen, dass Weihnachten im engsten Kreis gemeinsam gefeiert werden kann – und niemand an Weihnachten alleine sein muss“, sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Auch Niedersachsen scheint lockere Maßnahmen zu ergreifen. Bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen Weihnachten feiern. Im Familienkreis sind bis zu 10 Personen erlaubt – Kinder bis 14 Jahren dürfen zusätzlich hinzukommen. Strenger handhaben dies Berlin und Sachsen-Anhalt: In der Landeshauptstadt und in Sachsen-Anhalt dürfen sich auch an den Feiertagen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Wer dagegen in großer Runde feiern möchte, kann dies in Brandenburg tun. Zu Weihnachten sind hier 10 Personen aus unbegrenzt vielen Haushalten gestattet. Auch im Saarland dürfen sich 10 Personen aus drei Haushalten oder dem engen Familienkreis treffen. Die übrigen Bundesländer orientieren sich an den bundesweiten Regelungen.

Gottesdienste bleiben erlaubt - unter Auflagen

Wer an Weihnachten nicht auf den Gottesdienst verzichten möchte, kann auch in diesem außergewöhnlichen Jahr einen Gottesdient besuchen. Es herrscht jedoch ein Gesangsverbot, sodass „Oh, du Fröhliche“ in diesem Jahr wohl nur vom Band kommt. Zusätzlich müssen Masken getragen und Abstände bewahrt werden. Die evangelisch-lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) empfiehlt dringend, die Masken während des gesamten Gottesdienstes zu tragen. Den gesetzlichen Regelungen zufolge dürfen die Masken offenbar abgelegt werden, sobald alle Teilnehmer auf ihren Plätzen sitzen und die Abstände eingehalten werden. Die Nordkirche schreibt zudem, dass die Kontaktdaten aller Teilnehmer des Gottesdienstes erfasst werden müssen.

Auch die katholische Kirche berichtet, dass Präsenzgottesdienste erlaubt blieben, Hygiene- und Abstandsregelungen aber streng kontrolliert würden.

Weihnachts-Shopping und Restaurantbesuche fallen aus

Auch das Weihnachts-Shopping wurde durch den Lockdown nun stark verkürzt. Das schadet nicht nur dem stationären Einzelhandel, sondern auch unserer Gesundheit und den Paketboten. Um den Laden noch einmal richtig voll zu bekommen, veranstaltete der österreichische Schuhhändler Humanic eine 50%-Rabatt-Aktion – einen Tag vor dem Lockdown in Österreich. Infolgedessen wurde etwa das Geschäft in Wien überrannt. Die Schlange führte die gesamte Straße entlang. Auch in Deutschland starteten einige Händler kurz vor der Schließung am Mittwoch einige Last-Minute-Rabatte. Das Weihnachts-Shopping endet damit bereits mehr als eine Woche früher als geplant. Für die Last-Minute-Shopper bedeutet das, dass Weihnachtsgeschenke jetzt online bestellt werden müssen. DHL rechnet mit mindestens 20% mehr Paketen im Weihnachtsgeschäft. Der Paketrekord von 2019 wurde bereits jetzt übertroffen.

Auch der weihnachtliche Restaurantbesuch, das Grünkohlessen im Lieblingsrestaurant und der Gänsebraten mit dem Schützenverein müssen in diesem Jahr ausfallen, weil Gastronomiebetriebe weiterhin geschlossen bleiben.

Quellen: zeit.de, barmer.de, br.de, welt.de, bundesregierung.de, merkur.de, sueddeutsche.de, nordkirche.de, katholisch.de, ndr.de

ZDF-Scrollstory: Weihnachten in Corona-Zeiten (externer Link)

Titelbild: Volodymyr Hryshchenko/unsplash.com

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