Warntag – Warum in Deutschland die Sirenen ertönen

Warntag -
Warum alle Sirenen ertönen

Stell dir vor, ein riesiger Wirbelsturm zieht auf dein Heimatdorf zu. Er hat ein gigantisches Zerstörungspotenzial, könnte Bäume entwurzeln, Dächer abdecken, Autos verschieben und Menschen töten. Wie viele Menschen könnten gerettet werden, wenn es eine rechtzeitige Warnung gäbe, die den Menschen vor Ort wertvolle Zeit schenkt, um sich auf die Katastrophe vorzubereiten?

geralt / pixabay.com

Eine rechtzeitige Warnung vor großen Schadensereignissen wie Hochwasser, Unwetter, Brände oder Anschläge kann Leben retten. Doch viele Menschen wissen gar nicht, wie sie von drohenden Gefahren erfahren können. Der bundesweite Warntag, der am 10. September 2020 erstmals stattfindet, soll deshalb

  • Bürgerinnen und Bürger für Warnungen sensibilisieren,
  • Funktion und Ablauf von Warnungen besser verständlich machen, 
  • die Warninfrastruktur überprüfen, 
  • auf die verfügbaren Warnmittel aufmerksam machen.

Wie wird gewarnt?

Die Probewarnungen werden um 11 Uhr am jeweils zweiten Donnerstag im September an alle Warnmultiplikatoren versendet, die am Modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen sind. In allen Landkreisen und Kommunen senden diese Warnmultiplikatoren das Signal dann die Systeme (App-Server oder Rundfunksender) und die Endgeräte (Smartphones und Radios), wodurch alle Bürgerinnen und Bürger gewarnt werden sollen. Auf Länderebene, in den Landkreisen und den Kommunen werden parallel dazu die verfügbaren Warnmittel (z.B. Sirenen und Lautsprecher) ausgelöst. Mit jeder Warnung versenden die Modularen Warnsysteme des Bundes eine Handlungsempfehlung, die ebenfalls bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt, sodass jeder darüber informiert wird, was zu tun ist. Pünktlich um 11 Uhr ertönt ein einminütiger Heulton, der auf- und abschwillt. Er weist daraufhin, dass es eine Warnung gibt und dass ein Hörfunksender eingeschaltet werden oder auf Durchsagen geachtet werden soll. Um 11:20 Uhr erfolgt die Entwarnung, die durch einen einminütigen, durchgängigen Ton bekanntgegeben wird.

Künftig können Bund, Länder und Kommunen, der Deutsche Wetterdienst und Hochwasserportale regional, landes- und bundesweit auf diesem Wege vor Gefahren warnen. So kann etwa vor Naturgefahren wie Hochwasser oder Erdbeben, Unwetter, Schadstoffaustritt, Ausfall der Versorgung, Krankheitserreger, Großbrände, Waffengewalt oder Angriffe und weitere akute Gefahren gewarnt werden.

Die Warnung wird über Radio und Fernsehen, Internetseiten, Warn-Apps wie NINA oder KATWARN, soziale Medien, Sirenen, Lautsprecherwagen, Digitale Werbetafeln und Behörden bekanntgegeben.

Welche Warn-Apps gibt es?

Im Zusammenhang mit dem bundesweiten Warntag wirbt die Bundesregierung immer wieder für NINA, die „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“ des Bundes. Da die App ein Ausgabekanal des modularen Warnsystems ist, kommen hier alle Warnungen zuverlässig an. Der Bund hat die App auch den Ländern und Kommunen für die Warnung vor Gefahrensituationen zur Verfügung gestellt. Bei Gefahr durch Unwetter oder Hochwasser können die Länder so eine Warnung verschicken, während der Bund in diesen Fällen nicht zuständig ist.

Die KATWARN-App wurde von Fraunhofer-Institut Fokus im Auftrag öffentlicher Versicherer herausgegeben. Auch hier unterscheiden sich die Funktionen je nach Region. Landesweite Meldungen sind nur für Hamburg, Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland verfügbar. Ansonsten bietet KATWARN regionale Warnungen an bis zu sieben selbst gewählten Postleitzahl-Gebieten.

Quellen: warnung-der-bevoelkerung.de, bundesregierung.de, bbk.bund.de 

Titelbild: geralt/ pixabay.com

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