Was ist, wenn WhatsApp deine Daten mit Facebook teilt?

Was ist, wenn WhatsApp deine Daten mit Facebook teilt?

WhatsApp aktualisiert seine Datenschutzbestimmungen. Was in der heutigen Zeit eigentlich völlig normal erscheint, hat jedoch im Zusammenhang mit WhatsApp in jüngster Vergangenheit für viel Trubel gesorgt. Die ursprünglich für den 08. Februar angesetzte Änderung der Datenschutzbestimmungen wurde inzwischen wegen des großen Widerstands der WhatsApp-Nutzer auf Mai 2021 verschoben. Nach der Ankündigung der Änderungen verzeichneten WhatsApp-Konkurrenten wie Signal, Threema und Telegram einen enormen Zuwachs. Die WhatsApp-Alternativen waren zeitweise von dem Andrang überlastet und konnten ihre Dienste kurzfristig nicht aufrechterhalten.

HeikoAL / pixabay.com

Was steht in den Nutzungsbedingungen von WhatsApp?

Einigen Nutzen ist die Meldung bereits begegnet, in der steht: 

»WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinie. Wesentliche Updates sind unter anderem mehr Informationen zu Folgendem:

  • WhatsApp Service und wie wir deine Daten verarbeiten.
  • Wie Unternehmen mit von Facebook gehosteten Services ihre WhatsApp Chats speichern und verwalten können.«

Darüber hinaus heißt es: Wer den Änderungen nicht aktiv zustimmt, könne WhatsApp im Anschluss nicht mehr benutzen.

Das verärgerte und besorgte nun offenbar so viele WhatsApp-Nutzer, dass viele zu Alternativdiensten wie Signal, Threema oder Telegram übergingen. Die WhatsApp-Alternativen verzeichneten eine hohe Zahl an Neuinstallationen. Grund hierfür waren vor allem Medienberichte, die zum Teil von der automatischen Weitergabe der Daten an Facebook berichteten.

WhatsApp führt diese beiden Punkt auf seiner Internetseite noch weiter aus. Dort heißt es:

»Unsere aktualisierten Nutzungsbedingungen und unsere ebenfalls aktualisierte Datenschutzrichtlinie enthalten mehr Informationen dazu, wie wir deine Daten verarbeiten, insbesondere zu unserer Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, sowie zu unserem Engagement im Datenschutz.«

WhatsApp Service und wie wir deine Daten verarbeiten

»Viele Unternehmen verlassen sich auf WhatsApp, wenn es um die Kommunikation mit ihren Kunden geht. Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die sich von Facebook oder Dritten dabei unterstützen lassen, ihre Kommunikationen auf WhatsApp mit dir zu speichern und besser zu verwalten.«

Bessere Kommunikation mit Unternehmen

In den Häufig gestellten Fragen zu den neuen Datenschutzbestimmungen teilt WhatsApp zudem folgende Informationen mit:

Chats mitlesen und Anrufe mithören

WhatsApp kann weder Chats mitlesen noch Anrufe, die über WhatsApp getätigt werden, mithören.

Kontaktprotokolle

Während Mobilfunkanbieter in der Regel aufzeichnen, wer wen anruft oder eine Nachricht sendet, gibt WhatsApp an, dass derartige Protokolle nicht existieren.

Standortinfos

Weder WhatsApp noch Facebook können einen geteilten Standort einsehen.

Kontakte mit Facebook teilen

WhatsApp teilt deine Kontakte nicht mit Facebook. Kontaktlisten werden nicht mit anderen Apps von Facebook geteilt.

Gruppen

WhatsApp gibt an, dass auch Gruppen privat bleiben. Der Dienst betont, dass Nachrichten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert sind und weder WhatsApp noch Facebook auf die Inhalte zugreifen kann.

Daten einsehen

Gemäß datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann jeder Nutzer Einsicht in die gespeicherten Daten verlangen. Daten, die WhatsApp gespeichert hat, können in der App heruntergeladen werden.

Diese Daten sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden. Allein das Teilen von Standorten widerlegt WhatsApp an anderer Stelle in den Datenschutzbestimmungen mit folgender Aussage:

»Auch dann, wenn du unsere standortbezogenen Funktionen nicht nutzt, verwenden wir IP-Adressen und andere Informationen wie Telefonvorwahlen, um deinen ungefähren Standort bestimmen zu können (z. B. Ort/Stadt und Land). Wir nutzen deine Standortinformationen außerdem für Diagnose- und Fehlerbehebungszwecke.«

Facebook hat unsere Daten doch längst...

WhatsApp hat schon häufiger Datenschutzbedenken verursacht, weil es Teil des Facebook-Imperiums ist. Die Unklarheiten, die im Zuge der neuen Datenschutzänderungen aufkamen, führten nun dazu, dass viele Nutzer aus Datenschutzgründen zu Alternativdiensten wechseln wollten.

Doch ein genauerer Blick auf die Nutzungsbedingungen zeigt: Facebook konnte auch bisher schon auf die Daten von WhatsApp zugreifen. In den seit 2018 geltenden Nutzungsbedingungen von WhatsApp heißt es:

»Verbundene Unternehmen. Wir gehören zu den Facebook-Unternehmen. Als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von den Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit diesen, so wie es in der Datenschutzrichtlinie von WhatsApp dargelegt ist. Wir verwenden die von ihnen erhaltenen Informationen, um unsere Dienste zu betreiben, bereitzustellen und zu verbessern.«

Unsere Dienste

WhatsApp Nutzungsbedingungen, Stand: 24. April 2018

Das Problem: WhatsApp kostet nichts und es wird keine Werbung geschaltet. Der Austausch von Nutzerdaten ist also Teil des Geschäftsmodells. Doch da WhatsApp selbst mit diesen Daten nichts verdienen kann, solange es keine personalisierte Werbung schaltet, sind diese Daten für andere Facebook-Apps wie Facebook oder Instagram interessant. Dass WhatsApp einen regelrechten Shitstorm gegen seine neuen Bedingungen erlebt, hat das Unternehmen auch selbst zu verschulden. Zwar wirbt WhatsApp mit hoher Sicherheit, formuliert seine neuen Regelungen aber so kompliziert, dass man erst einmal durchsteigen muss: Ständig sind neue Seiten verlinkt und einzelne Punkte erst nach dem „Aufklappen“ sichtbar, sodass eine Suche auf der Seite schwierig ist.

Während viele Medien genau das anprangern oder falsch verstehen, stellt der SPIEGEL die neuen Regeln klarer da: Es geht hier nicht um private Daten, die WhatsApp oder Facebook interessieren. Durch den Austausch soll es ermöglicht werden, direkt über WhatsApp Produkte zu kaufen, die man auf Facebook oder Instagram gesehen hat. Facebook hatte die Plattform Instagram schon vor einiger Zeit auf einen kommerzielleren gebrauch ausgelegt und Shopping-Optionen integriert.

Warum wechseln viele Nutzer jetzt zu Alternativen?

Dennoch wird sich für private Nutzer nicht wirklich etwas ändern. Grund hierfür sind strenge gesetzliche Regelungen zum Datenschutz. So dürfte WhatsApp die Daten zwar an Facebook weitergeben, Facebook dürfte diese Daten jedoch nicht kommerziell verwenden.

WhatsApp ist währenddessen einen Schritt zurückgerudert. Die angekündigten Änderungen der Nutzungsbedingungen sollen nun erst im Mai eingeführt werden. Bis dahin steht es den Nutzern offen, die Änderungen nicht zu akzeptieren und die App dennoch weiter zu nutzen. Am 15. Mai ist dann jedoch Schicht im Schacht. Wer bis dahin die neuen Nutzungsbedingungen nicht akzeptiert hat, kann die App nicht mehr verwenden, ohne vorher zuzustimmen.

Das wollen einige Nutzer jedoch nicht hinnehmen. Sie haben keine Lust, ein Unternehmen wie Facebook mit ihren persönlichen Daten zu füttern und ihm dabei zu weiteren Millionen zu verhelfen. Deshalb brach eine Flut auf WhatsApp-Alternativen aus, die zum Teil zu Serverüberlastungen führten.

Welche Alternativen gibt es zu WhatsApp?

WhatsApp ist der wohl bekannteste Messenger weltweit. Jeder kennt ihn, fast jeder nutzt ihn. Doch inzwischen gibt es salonfähige Alternativen, die in puncto Datenschutz die Nase vorn haben.

Signal

Der Messenger Signal stammt von der gemeinnützigen Signalstiftung und ist wie WhatsApp kostenlos. Laut eigenen Angaben finanziert sich der Messenger über Spenden. Seinen Sitz hat die Signal Foundation in Mountain View, Kalifornien.

Auch Signal kann mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsseluung punkten, zieht jedoch im Punkt Datensparsamkeit klar an Konkurrent WhatsApp vorbei.

Signal basiert auf dem Zero-Knowledge-Prinzip, bei dem der Betreiber keinerlei Zugriff auf die Nutzerdaten hat. Auch bei Bekanntwerden des persönlichen Langzeitschlüssels schützt das Perfect Forward Secrecy-Modell davor, dass etwa Hacker auf vergangene Nachrichten zugreifen können. Signal unterstützt auch verschwindende Nachrichten, die Chats nach einem festgelegten Zeitfenster nach dem Lesen leeren und Nachrichten so „zerstören“.

Threema

Threema kommt aus der Schweiz und fährt ein anderes Geschäftsmodell: Für den Messenger muss einmalig gezahlt werden. Dafür verspricht der Dienst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung  und absolute Datensparsamkeit: Es muss zur Anmeldung noch nicht einmal eine Handynummer oder E-Mail-Adresse angegeben werden.

Threema basiert auf Open Source-Codes – das bedeutet, dass der Code, der für die Programmierung der App verwendet wird, öffentlich einsehbar ist. Das hat vor allem den Vorteil, dass viele unterschiedliche (auch externe) Experten sich den Code ansehen und Fehler schneller erkennen können. Auch einsehbar ist so, welche Daten genutzt werden – Threema legt also offen, ob es Daten verwendet.

Threema punktet also auch noch einmal gegenüber Signal, was die Datensparsamkeit betrifft: Persönliche Daten müssen hier nicht einmal angegeben werde. Threema finanziert sich zudem durch den Verkauf der App und ist deshalb nicht auf Spenden oder den Verkauf von Nutzerdaten angewiesen.

Vorsicht bei Telegram

Quellen: spiegel.de, chip.de, rnd.de, rtl.de, netzpolitik.org, whatsapp.com, threema.ch, signal.org, telegram.org

Titelbild: HeikoAL/ pixabay.com

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