Warum Lesen so wichtig ist

Warum Lesen so wichtig ist...

Lesen ist eine der wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaft – wenn man es denn kann. Es wird als Schlüsselkompetenz im Deutschunterricht unterrichtet und auch außerschulisch gefördert und gefordert. Dennoch hat jeder Fünfte in Deutschland große Schwierigkeiten beim Lesen – Jugendliche und Erwachsene.

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Auch im digitalen Zeitalter spielt das Lesen eine immens wichtige Rolle. Es ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur Bildung und fördert die Fantasie und das Einfühlungsvermögen. Ein jedes Buch eröffnet eine neue Welt, einige sind vertraut, andere hingegen völlig fremd. Dort gibt es Drachen, Zauberer, Hexen und Feen, Einhörner, fliegende Autos, Raumschiffe, Vampire und Geister. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, sagte im vergangenen Jahr: „Wer sich die Welt von heute auch anders vorstellen kann, hat die Kraft, sie zu verändern – und bekommt sicherlich auch Lust und Mut, die Welt von morgen mitzugestalten.“

»Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.«

Astrid Lindgren

Kinder- und Jugendbuchautorin

Wie das Lesen beginnt

In der Wissenschaft gibt es viele Modelle, die das Lesenlernen zu beschreiben versuchen. So versuchen Wissenschaftler wie Frith, Günther, Scheerer-Neumann, Spitta und Valtin das Lesenlernen in Phasen einzuteilen. Das Lesenlernen möchte ich hier am Stufenmodell der Entwicklung kindlicher Lesestrategien von Günther veranschaulichen:

  1. Präliteral-symbolische Strategien: kein bewusstes, symbolisches Verhalten, Bildwahrnehmung
  2. Logographemische Straregie: Wörter werden als Bild anhand ihrer Eigenschaften (Wortlänge, Besonderheiten) gelernt, Kinder merken sich bei „Hexe“ zum Beispiel das „X“ und lesen dann auch statt „Taxi“ das Wort „Hexe“.
  3. Alphabetische Strategie: Buchstaben werden Laute zugeordnet, sodass das Kind (neue) Wörter beim Lesen in seine Buchstaben zerlegt und diese der Reihe nach liest. Oftmals fehlt dabei die Sinnerfassung.
  4. Orthographische Strategie: Loslösung von der Lautsprache, das Lesen erfolgt anhand von Silben, häufigen Buchstabenfolgen und Morphemen (Wortbausteine).
  5. Integrativ-automatisierte Phase: automatisiertes, sinnerfassendes Lesen. Wörter werden problemlos erkannt, auch wenn beispielsweise Buchstaben fehlen oder verdreht sind. (Das mcihecnhlse Ghrein knan Wtröer eknrenen, sangole der estre und der lttzee Bchastbue an der retigichn Setlle sheten.)

»Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.​«

Heinrich Heine

Dichter und Schriftsteller

Warum ist Leseförderung so wichtig?

Neben dem Problem des Analphabetismus gibt es auch beim Lesenlernen verschiedene Herausforderungen – etwa dann, wenn der Übergang von einer Phase des Stufenmodells in die nächste nicht gelingt. Man spricht dann beispielsweise von einer Legasthenie. Wer Schwierigkeiten beim Lesen hat, hat auch Schwierigkeiten an der gesellschaftlichen Teilhabe und Probleme im Alltag. Sei es ein Schild, welches man nicht lesen kann, der Mietvertrag, den man nicht versteht oder eine Anleitung, die man nicht durchführen kann – Lesen ist eine Schlüsselqualifikation unserer Gesellschaft. Um Bildung vermittelt zu bekommen und somit an der Gesellschaft teilhaben zu können, ist das Lesen unerlässlich.

Doch trotz großer Anstrengungen im Bereich der Leseförderung, ist es um die Lesekompetenz in Deutschland nicht optimal bestellt. Kindergärten und Schulen übernehmen immer mehr die Verantwortung in puncto Lesen, weil zu Hause immer weniger (vor-)gelesen wird. Leseförderung bedarf deshalb auch außerhalb der Familie besonderes Engagement in KiTas, in Schulen und auf kommunaler Ebene. Um dieses Engagement zu ehren, wird jedes Jahr der Deutsche Lesepreis verliehen.

Leseförderung findet auch immer mehr prominente Unterstützung – und das ist gut so. Weil die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung das genauso sehen wie ich, wird seit einigen Jahren ein Sonderpreis für Prominentes Engagement verliehen. Im Gegensatz zu den anderen Kategorien konnte man sich hier jedoch nicht bewerben, die Initiatoren wählen einen Gewinner. In der Vergangenheit wurden so etwa Bülent Ceylan und Nazan Eckes für ihre Unterstützung in der Leseförderung geehrt.

Neben dem Comedian setzen sich jedoch noch viele weitere Promis für die Leseförderung in Deutschland ein. So sind beispielsweise die Autorin Bettina Cramer, die Schauspieler Sky du Mont und Annette Frier, die Journalistin Gundula Gause, der Koch Steffen Henssler und viele weitere Schauspieler, Schriftsteller, Moderatoren und Journalisten als Botschafter für den Deutschen Lesepreis tätig.

Quellen: Stiftung Lesen, lesefoerderung.de

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