Warum ist der Klimawandel eigentlich schlecht?

Warum ist der Klimawandel eigentlich schlecht?

Klimawandel gibt es nicht! Zumindest wenn man dem US-Präsidenten Glauben schenkt. Kaum hatte er das Weiße Haus bezogen, nahm er die Klimaschutzseiten des Weißen Hauses aus dem Netz, einige Zeit später stieg er aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus. Er ist damit nicht der einzige Klimawandel-Skeptiker. Wenn es ihn aber doch gibt, warum ist er dann eigentlich so schlecht? Was wäre so schlimm daran, wenn es im Sommer fortan 3°C wärmer wäre?

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Gibt es den Klimawandel wirklich?

US-Präsident Trump hat gezeigt, dass er nicht daran glaubt. Dennoch sind die meisten Klimaforscher davon überzeugt, dass das Klima sich verändert. Früher sprach man häufig von der „Klimaerwärmung“. Doch da man nicht 100%ig sicher sein kann, ob sich das Klima tatsächlich erwärmt, spricht man heute von „Klimawandel„. Denn renommierte Klimaforscher sind sich einig: Das Klima verändert sich und Schuld daran sind wir – die Menschen.

Während es durchaus natürliche Klimaschwankungen gibt – man erinnere sich einmal an die Eiszeiten – beobachten die Forscher seit Beginn der Industrialisierung Veränderungen, die sie als anthropogenen Klimawandel bezeichnen. Diesen führt man insbesondere auf den von Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und Methan zurück. Durch den erhöhten Anteil dieser Gase in unserer Atmosphäre, wird mehr Wärmestrahlung auf der Erde gehalten. Weil das Prinzip dem eines Gewächshauses ähnelt, nennt man dies Treibhauseffekt.

»Ein Weiter-So gibt es nicht. Der Klimaschutz ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts.«

Dr. Angela Merkel

Bundeskanzlerin

»Es ist billiger den Planeten jetzt zu schützen, als ihn später zu reparieren.«

José Manuel Barroso

ehemaliger Kommissionspräsident der Europäischen Union

»Das Konzept der globalen Erwärmung wurde von und für die Chinesen erfunden, damit US-Fabriken nicht mehr wettbewerbsfähig erscheinen.«

Donald Trump

45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

»Der fortschreitende Klimawandel wird voraussichtlich zu deutlich mehr Extremwetterereignissen überall auf der Welt führen. Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt. Die Folge unkontrollierter Erderwärmung sind Überflutungen, Dürren, Hitzewellen und die daraus entstehenden Konflikte um Wasser und Weideland. Deshalb sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und ein angemessenes Risikomanagement in verstärktem Umfang notwendig, um künftige Risiken möglichst zu vermeiden.«

Norbert Röttgen

ehemaliger Bundesumweltminister

»Es gibt nicht den einen Schritt, der den Klimawandel umdrehen kann. Aber wenn es darauf ankommt, welche Welt wir unsere Kindern hinterlassen, schulden wir ihnen zu tun, was wir können.«

Barack Obama

44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

»Es gibt keinen vernünftigen Zweifel, dass die Erderwärmung vom Menschen verursacht ist. […] Klimaschutz muss in der kommenden Legislatur wieder eine stärkere politische Rolle spielen. «

Peter Altmaier

Bundesminister für Energie und Wirtschaft

»Wir müssen zukünftig noch mehr als bisher mit häufigeren Hitzewellen, Starkregen und Hochwasser rechnen.«

Maria Krautzberger

Präsidentin des Umweltbundesamtes

Was hat der Eisbär damit zu tun?

Der Eisbär ist zum Symboltier des Klimawandels geworden. Denn durch den vom Menschen verursachten Klimawandel, wird der Eisbär bald wohl keinen Lebensraum mehr haben.

Eisbären leben in der Arktis. Steigende Temperaturen auf der Erde führen dazu, dass die arktischen Eisschilde schmelzen. Dadurch geht dem Eisbären nicht nur sein natürlicher Lebensraum verloren, das schmelzende Eis führt zum Meeresspiegelanstieg.

Aktuell leben etwa eine Milliarde Menschen in direkter Küstennähe. Die eher unbekannte Inselgruppe Kiribati wäre davon genauso betroffen wie die Küste der Niederlande und New York City. 

Weitere Folgen des Klimawandels sind…

  • Zunehmende Starkregen-Ereignisse
  • Überschwemmungen an Flüssen und Seen
  • Zunahme extremer Hitze und Dürren
  • Steigende Waldbrandgefahr
  • Häufiger auftretende Extremwetterereignisse wie Stürme

Der Klimawandel ist ein Teufelskreis

1. Positive Feedbacks

Was zunächst einmal nett klingt, ist alles andere als das. Als „positives Feedback“ bezeichnet man in der Klimawandelforschung jene Prozesse, die den Klimawandel oder dessen Folgen verstärken. Einige Beispiele:

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Die Sonne strahlt Wärme aus, die auf die Erde trifft. Während ein Teil dieser Energie bereits an Atmosphäre und Wolken reflektiert und zurück ins All gestrahlt wird, gelangt der andere Teil auf die Erde und wird reflektiert und absorbiert. Wie stark die Wärme absorbiert wird, ist beispielsweise vom Untergrund abhängig. Dunkle Flächen absorbieren mehr Wärme, helle Flächen reflektieren sie. Diese Reflektion nennt man Albedo. Verständlich wird dies, wenn man im Hochsommer mit einer schwarzen T-Shirt in der Sonne steht.
Während Eisflächen aufgrund ihrer weißen Oberfläche eine hohe Albedo haben, hat der dunklere Untergrund eine niedrigere Albedo und würde mehr Wärme absorbieren. Durch die globale Erwärmung aufgrund des Treibhauseffektes schmilzt die Eisfläche und der Untergrund wird sichtbar. Die Albedo sinkt und es wird wärmer. Die Eisflächen schmelzen noch schneller ab…

Durch den höheren Anteil an CO2 in der Atmosphäre wird der Treibhauseffekt verstärkt. Es wird wärmer. Schließlich kommt es zu Hitzen, Dürren und Waldbränden. Bäume sind jedoch ein enormer CO2-Speicher. Durch Photosynthese speichern sie Kohlenstoffdioxid und reinigen so unsere Atmosphäre. Brennen die Bäume ab, wird das gespeicherte CO2 freigesetzt, der Treibhauseffekt wird verstärkt…

2. Tipping Points

Weltweit gibt es mehrere dieser sogenannten Tipping Points. Der Grönland-Eisschild, der Permafrostboden Sibiriens, die Gletscher des Himalaya. Jeder dieser Kipppunkte ist in der Lage, unseren Planeten tiefer in diese Spirale des Klimawandels zu manövrieren. Forscher können bisher nicht sagen, ob womöglich einer dieser Tipping Points bereits überschritten wurde.

3. Unmittelbarkeit

Die Effekte des Klimawandels treten nicht immer unmittelbar auf. So sind sich Forscher einig, dass die globale Temperatur weiter steigen würde, auch wenn wir augenblicklich alle Emissionen einstellen würden. Das führt uns zu dem Problem, dass die Folgen des Klimawandels nur schwer abschätzbar sind. Klimaforscher arbeiten deshalb mit Modellen und Szenarien, um die verschiedenen möglichen Entwicklungen zu prognostizieren.

4. Unvorhersehbarkeit

All diese Faktoren machen den Klimawandel unberechenbar. Zwar grenzen die vorhandenen Szenarien und Modelle eine mögliche Entwicklung ein, eine treffsichere Vorhersage gibt es jedoch nicht. Der Grund, warum man heutzutage nicht mehr von „Klimaerwärmung“ spricht, ist dieser Unvorhersehbarkeit verschuldet. Die Forscher halten es für durchaus möglich, dass etwa durch das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes und der Arktis die thermohaline Zirkulation des Atlantiks zum Erliegen kommt. Genauer bedeutet das: Durch den Zufluss von Süßwasser (in Form von Schmelzwasser) verändert sich der Salzgehalt des Ozeans. Dieser ist mitverantwortlich für Meeresströmungen wie den Golfstrom. Der Golfstrom ist der Grund für das gemäßigte Klima in Mitteleuropa. Man geht davon aus, dass es ohne ihn im Schnitt fünf bis zehn Grad kälter in Europa wäre. Er bringt Wärmeenergie aus der Karibik nach Europa und gestaltet so unser Klima maßgeblich mit.

5. Unverbindlichkeit

Das fünfte Problem ist nur bedingt eine direkte Konsequenz des Klimawandels. Dennoch ist auch hier der Mensch für das Problem ursächlich. Zwar gibt es diverse Klimaschutzabkommen (Kyoto-Protokoll, Pariser Abkommen), diese sind jedoch nicht verbindlich und ein jedes Land ist selber dafür verantwortlich, ob es die festgelegten Ziele erreicht und einhält. So ist es kaum verwunderlich, dass noch immer nicht genug für den Klimaschutz getan wird. 

Klimaschutz ist nicht günstig. Aber sich bereits jetzt gegen den Klimawandel zur Wehr zu setzen und diesen einzudämmen, wird bei Weitem günstiger sein, als sich dauerhaft an seine Folgen anzupassen. Was Deutschland in puncto Klimaschutz tut, erfahrt ihr nächste Woche.

Quellen: greenpeace..de, dwd.de, spiegel.de, bpb.de, umweltbundesamt.de

Titelbild: cocoparisienne/ pixabay.com

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