Was feiern wir eigentlich an Halloween?

Was feiern wir an Halloween?

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther der Überlieferung zufolge seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche und leitete somit die Reformation ein. Der 31. Oktober wird deshalb als Reformationstag gefeiert. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürigen ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag.

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Nachdem sich die Reformation im Jahr 2017 zum 500. Mal jährte, ist auch in vielen anderen Bundesländern der Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag ernannt worden. Wenn am Abend des 31. Oktobers Menschen als Geister, Untote oder Hexen durch die Straßen laufen, hat das jedoch nichts mit den Thesen Martin Luthers zu tun. Denn seit den 1990er Jahren verbreiten sich die Bräuche von Halloween auch in Europa.

Was ist Halloween?

Der Begriff „Halloween“ leitet sich vom Englischen All Hollows‘ Eve ab und beschreibt den Abend vor Allerheiligen. All Hollows‘ Eve wird demnach in der Nacht vom 31. Oktober zum 01. November gefeiert. Der Brauch stammt ursprünglich aus Irland, wurde mit den Auswanderern im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten gebracht und verbreitet sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts auch in Europa. Insbesondere der ausgehöhlte und beleuchtete Kürbis und die verkleideten Kinder, die mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ von Haus zu Haus ziehen, sollten jedem bekannt sein. Die Kelten vertrieben an diesem Abend mit großen Feuern und Verkleidungen die bösen Geister.

Warum verkleiden wir uns als Geister und Zombies?

Dem keltischen Glauben nach versuchten die Seelen Verstorbener und böse Geister an diesem Abend auf der Erde Unterschlupf zu finden. Warum man sich an Halloween gruselig verkleidet, kann jedoch sehr unterschiedlich ausgelegt werden und ist noch immer umstritten. Eventuell verkleidet man sich möglichst gruselig, um die Seelen der Verstorbenen und den bösen Geistern Angst zu machen und so ihre Rückkehr auf die Erde zu verhindern. Die Kelten fürchteten aber auch, dem Tod in dieser Nacht so nah wie nie zu sein und verkleidetet sich eventuell deshalb so schaurig, um den Anschein zu erwecken, sie wären bereits gestorben. Oder die gruseligen Verkleidungen und das Laufen von Haus zu Haus sollen die Versuche der Seelen und Geister darstellen, auf der Erde Unterschlupf zu finden.

Warum eigentlich "Süßes oder Saures"?

Ursprünglich geht dies auf die englische Formel „Trick or Treat“ also „Streich oder Freude“ zurück. Die umherziehenden Kinder fordern mit diesem Spruch Süßigkeiten an den Türen und drohen quasi mit einem Streich, wenn sie keine bekommen. Auch dieser Brauch lässt sich auf den keltischen Glauben zurückführen. Viele Menschen legten kleine Gaben vor ihre Tür, um die Geister in dieser Nacht zu besänftigen.

Warum gibt es den ausgehöhlten Kürbis?

Der ausgehöhlte und beleuchtete Kürbis wird „Jack-O-Laterne“ genannt. Der irischen Sage zufolge war Jack O ein gerissener junger Mann, der dem Tod einen Streich spielte und sich so ewiges Leben erschwindeln wollte. Je älter er jedoch wurde, umso sehnlicher wünschte er sich den Tod. Da man ihn aufgrund seiner Streiche jedoch weder im Himmel noch in der Hölle haben wollte, gab der Teufel ihm ein Stück glühender Kohle aus dem Höllenfeuer, welches Jack O in eine ausgehöhlte Rübe legte. Mit dieser Laterne wanderte Jack O fortan durch die Dunkelheit und suchte das Totenreich.
Heutzutage wird statt der Rübe ein großer Kürbis verwendet. Um die bösen Geister fernzuhalten, wird in den Kürbis eine möglichst schaurige Fratze geschnitten.
 

Quellen: welt.de, zeit.de, spiegel.de

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